Vorratshaltung

Kirschschmankerl "Apulische Art" an leichter provencialischer Weinsauce mit sautierten Rissoléekartoffeln auf zweierlei Herbstgemüse - und andere Gaumenfreuden
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Horni Weiblich
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Vorratshaltung

Beitrag von Horni » Mo 24. Feb 2020, 18:06

Oder, wie man jetzt sagt, Prepping.

Habt ihr Vorräte zu Hause? Haltet ihr euch an die Empfehlung des Bundes, für 14 Tage - jetzt haben sie es geändert auf 10 Tage - Nahrungsmittel und Wasser (und anderen Kram) vorrätig zu halten? Wie lange könntet ihr wohl überlegen, wenn jetzt sofort alles ausfallen würde, inkl. Strom und Wasser und ihr nicht mehr eure Wohnung verlassen könntet?

Wie kauft ihr generell ein, immer für einen Tag, ein paar Tage oder richtige Wocheneinkäufe? Findet ihr es einfach, Nahrungsmittel zu lagern oder vergammelt und sprießt euch auch immer alles sofort? Wünscht ihr euch auch einen guten alten kalten dunklen spinnenbewohnten Vorratskeller wie zu Omas Zeiten, aus dem man einfach schöpfen kann? Oder liebt ihr den täglichen Gang in den Supermarkt?

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Knopfloch Weiblich
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Re: Vorratshaltung

Beitrag von Knopfloch » Mo 24. Feb 2020, 20:15

Ich habe mir extra einen Vorratsschrank gebaut weil ich sonst ständig auch die haltbaren Sachen einkaufen musste und das Planen bzw. Umstellen von Plänen schwierig war. Jetzt habe ich einfach von ein paar Sachen immer genug da, wenn also plötzlich eine Packung leer oder schlecht wird gibts ne neue, und sowas wie Nudeln mit Tomatensoße kann ich eigentlich immer machen, und was mir jetzt grad auch wieder angenehm auffällt: Wenn ich krank bin kann ich auch mal ein paar Tage das Haus nicht verlassen ohne zu verhungern, mit eingeschränktem Menü halt.

Bei meinen Wocheneinkäufen wird dann ab und zu mal eine der Sachen aufgestockt, dann also manchmal direkt mit 10 Dosen gehackten Tomaten oder 10 Packungen Haferflocken. Oder ich nehme von den haltbaren Dingen einfach mal noch eine Packung/Dose mit, auch wenn ich grad nicht weiß, wie viel ich noch zuhause habe, aber noch Platz im Rucksack habe, weil ich weiß, dass ich auf jeden Fall genug Lagerplatz dafür habe.

Für längere Zeit bringts trotzdem wenig, weil ich kaum Gerichte hab, die ganz ohne frische Zutaten auskommen, und bei längerem Stromausfall wäre ich auch aufgeschmissen, wenn ich nicht Nudeln trocken essen will, ich denke das unterscheidet auch (unter anderem) Vorratshaltung von Prepping (Prepping bedeutet ja noch sehr viel andere Vorbereitung auf Extremfälle, etwa geschützte Privat-Bunker, Waffen, Notstromaggregate, Kerzen...).

Von den gelagerten Sachen wird in der Regel nichts schlecht, weil es eben nur gut lagerbare Dinge wie Konserven und Nudeln, Reis usw. sind, das einzige Problem hab ich manchmal im Sommer mit Motten in Vollkorn-Mehl und -Grieß. Ich achte außerdem immer darauf neu gekaufte Packungen hinten einzusortieren und von vorne zu verbrauchen, damit immer das älteste zuerst wegkommt, das funktioniert gut.

Ich möchte jetzt mal ausprobieren wie sich H-Milch in diversen gekochten gerichten wie Grießbrei macht, generell schmeckt mir die nämlich nicht als Ersatz für frische Milch, aber um z.B. bei Krankheit mich 10 Tage von Grießbrei ernähren zu können wärs gut.

Wasservorräte hab ich nicht. Und eine Vorratskammer hätte ich am liebsten direkt bei der Küche!

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Remus Keine Angabe
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Re: Vorratshaltung

Beitrag von Remus » Di 25. Feb 2020, 10:38

Ich werd einfach sterben. Ich habe so selten was auf Vorrat da und meine Wohnung ist auch nicht gerade riesig, so dass ich die Vorratskammer in der Küche hauptsächlich für Sachen verwende, die nirgendwo anders Platz finden, wie für den Staubsauger oder meinen Fahrradhelm :D

Ich kaufe immer für eine Woche ein, manchmal auch nur für ein paar Tage. Kommt darauf an, wie viel ich davon lieber frisch kaufen will.

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Alia Weiblich
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Re: Vorratshaltung

Beitrag von Alia » Di 25. Feb 2020, 11:33

Wir haben ziemlich viel Kram da aber komplett ohne System.
Und es würde abenteuerliche Kombinationen wie spargel aus dem Glas mit dosenhering geben =)
Ich hätte tatsächlich gerne einen richtigen vorratsschrank bzw. Keller. Bisher haben wir für sowas aber absolut keinen Platz

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Re: Vorratshaltung

Beitrag von Horni » Fr 6. Mär 2020, 21:00

Wir kaufen neuerdings immer für eine Woche ein und es klappt gut und ist so viel günstiger (ziemlich genau 1/3) als unsere vorherigen Einkäufe 3x in der Woche, dass ich mich ärgere, das nicht schon früher gemacht zu haben. Ziel ist aber eigentlich nicht ein möglichst günstiger Einkauf gewesen, sondern ein möglichst effizienter.

Sonntags überlegen wir immer, was wir in der kommenden Woche kochen und essen wollen (und ob wir für jeden Tag was brauchen oder mal außerhalb essen oder zB Freunde kommen), machen danach einen Einkaufszettel und kaufen Montagmorgen (da ist es am leersten) ein. Dieser Einkauf für 7 Tage kostet etwa 60-70€ (90% vegan, 2 Personen, inkl. Süßigkeiten, Getränke und anderer Gönnereien und auch inkl. sämtlicher Drogerieartikel). 4-5€ pro Person und Tag also (ohne Verzichte oder bewusst günstiges Einkaufen), damit bin ich sehr zufrieden.
Es ist dann die eiserne Regel, nicht nachzukaufen, mit dem Ziel, uns zu disziplinieren und uns wirklich Mühe mit der 7-Tage-Liste zu geben. Bisher blieb aber sogar immer noch was übrig, hatten also meist aus Versehen sogar für 8 oder 9 Tage Essen.

Zum ersten Teil des Themas: Länger als ca. eine Woche gelingt mir die Lagerung von Obst und Gemüse (inkl. Kartoffeln) nicht. Selbst im dunklen, kalten Keller sprießen bei uns Zwiebeln und Kartoffeln und Obst gammelt. Gurken werden selbst im Kühlschrank wabblig :( Ich würde gerne wissen, was meine Eltern anders machten, die zB immer einen Zentner Kartoffeln im Keller lagerten.
Ich würde gerne auch richtige Vorratshaltung betreiben, aber dafür fehlt uns der Platz und es nervt mit den ewigen Abwesenheiten. Bisher verdirbt uns dadurch zu viel. Wenn ich mal irgendwas lagere, zB Konserven, laufen selbst die ab, weil ich erst fünf Jahre später daran denke, die essen zu können.

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Knopfloch Weiblich
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Re: Vorratshaltung

Beitrag von Knopfloch » Fr 6. Mär 2020, 22:54

Bei dem Obst und Gemüse gibts diverse Wechselwirkungen, die Vergammeln oder Austreiben vorantreiben können. Z.B. sollen Äpfel und Kartoffeln zwar beide kühl und dunkel, aber nicht nah beinander gelagert werden, weil ich weiß nicht mehr was passiert, entweder kriegen die Kartoffeln Frühlingsgefühle wenn sie Äpfel sehen und treiben aus oder die Äpfel kriegen vom erdigen Feeling was mit und fangen an zu gammeln.

Ich hab Kartoffeln im dunklen Schrank in der im Winter kalten Küche, halten jetzt auch nicht sooo lang, aber mehrere Wochen bis nen Monat schon, und kriegen durchaus Triebe, die ich immer abknipse wenn ich mal wieder reinschaue, das hat dann aber noch keinen Einfluss auf die Kartoffel-Konsistenz, also sie werden deswegen noch nicht schrumpelig, das kommt erst nach dem Monat oder bei "Vorerkrankungen".

Äpfel habe ich einfach draußen liegen, auch in der kalten Küche, ich sortiere sie nach Macken, sodass die mit den größten Löchern oder Druckstellen als erste verbraucht werden und prüfe regelmäßig ob einer irgendwo anfängt matschiger zu werden, dann wird er quasi auf dem expressweg nach vorne sortiert und kommt als erstes dran. Außerdem achte ich darauf, dass alle Äpfel, vor allem die mit Druckstellen, sich nicht berühren, damit da nichts überspringt. Bei Nektarinen/Pfirsich halte ich das noch strenger, da muss jede Nektarine eine Kernlänge Abstand halten, denn falls was sifft, gibts ja gleich eine Pfütze, die evtl. bis zur nächsten Nektarine laufen könnte. Auch da prüfe ich nahezu täglich, ob sich irgendwo matschige Stellen gebildet haben, hebe alle mal kurz an und so. Die Nektarinen halten damit so etwa zwei Wochen (also nach anderthalb Wochen ist so eine Packung eh leer), Äpfel halten auch schon mal mehrere Monate.
Bananen hab ich im Kühlschrank, sie werden außen schwarz, aber bleiben innen lange normal, außer sie hatten halt schon dunkle Stellen. So zwei Wochen liegen da schon regelmäßig welche rum.

Zwiebeln und Knoblauch hab ich in nem geschlossenen Karton, auch wieder getrennt von anderem Obst/Gemüse, manchemal gibts welche die schnell austeriben, meistens aber nicht, halten damit auch länger als einen Monat, nur vereinzelt werden mal welche matschig und stinken, oder man muss ein paar matschige Schichten abmachen und hat dann nur noch eine kleinere Zwiebel übrig. Knoblauch hält bei mir mehrere Monate, dann nimmt die Zahl der vertrockneten Zehen zu, aber ich hatte zumindest noch nicht den fall, dass ich Knollen komplett wegwerfen musste (er soll aber bei längerer Lagerung unbekömmlicher werden, hab ich noch nicht drauf geachtet, aber wäre möglich).

Gurken halten bei mir auch nicht so lang. Bei leichter Wabbeligkeit verwend ich sie aber auf jeden Fall noch, erst wenn sie wirklich weich werden mag ich sie auch nicht mehr, oder höchstens noch in Gurkengemüse (ist tatsächlich gar nicht schlecht!)

Generell bei allem Obst/Gemüse gilt wohl, dass sie länger halten, wenn sie gut Luft kriegen, also nicht fest einpacken oder in der Packung lassen, sobald da irgendwo Feuchtigkeit entsteht und innen an der Packung bzw. an der Frucht kondensiert, ist's mit dem Schimmel nicht mehr weit. Ich wasche auch normalerweise nur den Teil, den ich gerade verwende und lass die Reste ungewaschen oder sonst nur sehr gut abgetrocknet im Kühlschrank, damit nichts fault.

Und ich achte pingelig drauf, z.B. ein Gemüse, von dem ich einen teil noch aufhebe, nicht mit einem Messer zu halbieren, mit dem ich vorher schon anderes geschnitten hab, vor allem nichts Tierisches und kein Brot oder so, um keine Keimzellen zu bieten.

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