Kurze Fragen zu Sprache

Schon gewusst? "Blutlache" ist unter Zombies und Vampiren ein geläufiger Begriff dafür, wenn Exemplare ihresgleichen über einen Witz unangenehm laut und kräftig losprusten.
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Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Horni » Mo 15. Aug 2016, 18:08

... können hier gepostet werden.

Manchmal habe ich bei Lektoraten ein Problem mit dem Genitiv.
Aktuell geht es um die Geschichte von Mainz, dies soll jedoch ohne von als "echter Genitiv" formuliert werden. Bei nicht auf einen Zischlaut endenden Nomen (Geschichte Frankfurts) ist das ja easy, aber wenn ich einfach schreibe "es soll über die Geschichte Mainz gesprochen werden" klingt das einfach kacke und falsch.
Mainzens? :> Wie würdet ihr das umgehen bzw kennt jemand die offizielle Regelung?

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Heizpilz Keine Angabe
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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Heizpilz » Mo 15. Aug 2016, 18:19

Mainz', nicht?

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Knopfloch » Mo 15. Aug 2016, 18:37

Würd ich auch sagen, Clemens' und Heinz' Heimatstadt ist Mainz, Mainz' Aussicht ist immer eine Reise wert.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Remus » Mo 15. Aug 2016, 18:42

mainzer geschichte?

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Horni » Mo 15. Aug 2016, 18:43

Die Geschichte Mainz'?
Hm :/ hm ja, kann sein. Ja?

Auch gut Remus, vielen Dank!

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Heizpilz » Mo 15. Aug 2016, 18:47


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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Horni » Mo 15. Aug 2016, 19:16

Heizpilz hat geschrieben:http://www.duden.de/sprachwissen/rechts ... /apostroph
Regel 16. Wär doch das, oder?
Danke :-*
Bei Namen mach ich das auch irgendwie so, aber hier kams mir - warum auch immer - falsch vor.

also "es soll über die Geschichte Mainz' gesprochen werden"
Problem gelöst, danke!

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Knopfloch » Do 18. Aug 2016, 20:41

[quote="Horni"] (und/oder [quote="Obsti"]), was meinst du zu "zum", "vom", "im", "am" in wissenschaftlichen Texten? Sollte man unbedingt ausschreiben?
Mich irritieren gerade ziemlich solche Formulierungen wie "Der Wert wird in Abhängigkeit zu dem Abstand verändert."
Ist doch zu dem Haareraufen!

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Horni » Do 18. Aug 2016, 21:06

Knopfloch hat geschrieben:
Horni hat geschrieben: (und/oder
Obsti hat geschrieben:), was meinst du zu "zum", "vom", "im", "am" in wissenschaftlichen Texten? Sollte man unbedingt ausschreiben?
Mich irritieren gerade ziemlich solche Formulierungen wie "Der Wert wird in Abhängigkeit zu dem Abstand verändert."
Ist doch zu dem Haareraufen!
Furchtbar! Also ich entscheide das im Lektorat immer je nach Formulierung und formuliere es in beide Richtungen um (wir sind dazu angehalten ruhig auch persönliche Vorlieben einzubringen). "In dem sommer" ist zb auch was anderes als "im sommer" finde ich.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Knopfloch » Do 18. Aug 2016, 21:13

(ich muss dringend mal was finden oder machen, dass man mit @ oder irgendwas anderm als dieser quote-Konstruktion Leute referenzieren kann, das zerreißt immer so die Zitate :/)

Gut, danke! Und stimmt, in so nem Fall hats auch ne andere Bedeutung.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Remus » Do 18. Aug 2016, 21:24

(ja, bitte mach was mit @ :) das wäre super!)

das mache ich auch daran fest, was für mich besser klingt. habe auch noch nie punktabzug oder ähnliches dafür bekommen.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Knopfloch » Do 18. Aug 2016, 21:47

Ich glaub Punktabzug wegen Sprache geben eh die wenigsten, wenn man sich so manche sehr gut benotete Arbeit anschaut :>

Vielleicht ist das auch okay, weil sie ja, wenn sie keine Germanisten sind, keine Germanistik-Arbeit schreiben, und da vielleicht abgesehen von der Sprache solide Arbeit abliefern, und genauso ist ja auch irgendwie unwissenschaftliches/unprofesisonelles Schreiben okay, solang man es (wahrscheinlich sogar einfacher) versteht...
Aber ich find dann doch irgendwie, dass man mit ner Abschlussarbeit zeigen soll, dass man bereit für die Welt der (publizierenden) Wissenschaft wäre, in der man eben auch sprachlich solide Arbeit abliefern muss, und grad bei den exakten Wissenschaften ist ja auch wirklich wichtig, dass die Formulierungen da exakt sind und alle technischen Aspekte wie einheitliche Formelsymbole und sowas bedacht werden.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Alia » Do 18. Aug 2016, 21:54

Man sollte so einer Arbeit halt schon anmerken, dass derjenige sich sprachlich etwas Mühe gegeben hat und nicht Sachen schreibt wie "Dann hab ich halt die Formel entwickelt weil wegen die Milch"...
Und wenigstens eine Person Probelesen lassen und rechtschreibkorrektur drüber laufen lassen sollte gerade bei einer Abschlussarbeit doch drin sein.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Sushi » Do 18. Aug 2016, 21:56

Knopfloch hat geschrieben: Aber ich find dann doch irgendwie, dass man mit ner Abschlussarbeit zeigen soll, dass man bereit für die Welt der (publizierenden) Wissenschaft wäre, in der man eben auch sprachlich solide Arbeit abliefern muss, und grad bei den exakten Wissenschaften ist ja auch wirklich wichtig, dass die Formulierungen da exakt sind und alle technischen Aspekte wie einheitliche Formelsymbole und sowas bedacht werden.
!!!
Das finde ich auch extrem wichtig. All zu unwissenschaftliches Schreiben sollte m.M.n. schon zu deutlichem Punktabzug führen, ebenso wie sämtliche formalen Fehler. Allerdings sollte dann aber auch eine tatsächliche Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und Schreiben stattfinden, aber das ist ja wieder eine andere Diskussion :>
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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Remus » Do 18. Aug 2016, 22:32

Knopfloch hat geschrieben:Ich glaub Punktabzug wegen Sprache geben eh die wenigsten, wenn man sich so manche sehr gut benotete Arbeit anschaut :>
och, doch, das kam schon vor! kenne schon ein paar leute, denen punkte wegen der sprache abgezogen wurden. teilweise auch, weil die sätze nicht klar formuliert waren. auf den bewertungsbögen für hausarbeiten ist sprache/stil auch mit aufgelistet und ein stellt ein bewertungskriterium dar (nennt sich hier "Sprachliche und stilistische Qualität" - hab eben nachgeguckt).
ist ja aber auch eine geisteswissenschaft. da erwartet man das wahrscheinlich :D

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Horni » Do 18. Aug 2016, 22:37

Remus hat geschrieben:
Knopfloch hat geschrieben:Ich glaub Punktabzug wegen Sprache geben eh die wenigsten, wenn man sich so manche sehr gut benotete Arbeit anschaut :>
och, doch, das kam schon vor! kenne schon ein paar leute, denen punkte wegen der sprache abgezogen wurden. teilweise auch, weil die sätze nicht klar formuliert waren. auf den bewertungsbögen für hausarbeiten ist sprache/stil auch mit aufgelistet und ein stellt ein bewertungskriterium dar (nennt sich hier "Sprachliche und stilistische Qualität" - hab eben nachgeguckt).
Wir hatten eine germanistikprofessorin bei der die Leute reihenweise wegen sprachmängeln durchgefallen sind und als klausuren ließ sie Aufsätze per Hand schreiben und bewertete die fehler (auch viele Durchfaller). Ich habe sie geliebt (wer Deutschlehrer sein will MUSS mE einfach richtig schreiben können, Punkt).

In dem bewertungsbogen meiner BA (germanistik) waren so viele rechtschreib- und Grammatikfehler dass ich mir ernsthaft überlegt hatte beim Dekan damit vorzusprechen, fühlte mich so arg verarscht :(
Also scheint man auch im germanistikbereich damit gut durchzukommen wenn man nicht an oben erwähnte dame gerät. Das ist einfach falsch.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Sushi » Do 18. Aug 2016, 22:39

Anderes Thema:

https://fbcdn-sphotos-g-a.akamaihd.net/ ... fe5a303b3b

Sehr interessanter Beitrag. War mir als Muttersprachler nicht bewusst, ich habe bisher keinen Unterschied zwischen hinauf und herauf gesehen o:
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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Remus » Do 18. Aug 2016, 22:44

Horni hat geschrieben:(wer Deutschlehrer sein will MUSS mE einfach richtig schreiben können, Punkt).
auf jeden fall! da ist es wirklich wichtig, dass die leute rechtschreibung und grammatik beherrschen :(

oh, sushi. war mir auch nie so bewusst. ist aber auch schwer umzusetzen, wenn man keine reale position hat, oder? also zum beispiel in büchern, in denen beschrieben wird, wie jemand die treppe hin-/herauf geht.

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Knopfloch » Do 18. Aug 2016, 22:51

Remus hat geschrieben:ist aber auch schwer umzusetzen, wenn man keine reale position hat, oder? also zum beispiel in büchern, in denen beschrieben wird, wie jemand die treppe hin-/herauf geht.
"er ging die treppe hoch" :]

Man erzählt ja selten, wie jemand sich gerade herkunfts- und ziellos auf der Treppe befindet, außer Kafka vielleicht.
Also "Er verabschiedete sich von ihr und ging die Treppe hinauf ins Schlafgemach" und "Er rief 'Mach dich bereit, Schatz, gleich wirds wild!' und ging/kam die Treppe herauf ins Schlafgemach, wo sie eine Kissenschlacht veranstalteten, die ganz Villa Traubenstein noch nicht gesehen hatte"

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Re: Kurze Fragen zu Sprache

Beitrag von Remus » Do 18. Aug 2016, 22:58

jo, stimmt vermutlich :D hab ich noch nie drauf geachtet. werde ich mal machen!
grundsätzlich würde ich aber (in gesprochener sprache) auch eher rauf/hoch/runter verwenden.

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